31. Januar 2006

Gö on the ice


Lange lange Zeit konnten sich die Bedenkenträger nicht durchringen, die rote Fahne einzuholen und das Eis des Kiessees freizugeben. Man weiß ja, wohin so etwas führt. Es gibt immer Leute, die es nicht so genau mit den Verboten nehmen. Aber wo sind die geblieben?
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29. Januar 2006

Ein Tag Ostkreuz


Seit November will ich nach Berlin fahren, gestern hat es endlich geklappt, wenn auch nur für einen einzigen Tag. Aber der war sagenhaft.
Bei -14° fahre ich morgens um 7 in Göttingen los, der ICE kommt klaglos pünktlich, Berlin empfängt mich sozusagen grundlegend vereist, nicht nur die Spree komplett zugefroren sondern auch viele Wege, Parks, Flächen -
aber die Sonne scheint, leichter Dunst, absolut optimales Photowetter. Ich drücke etwa 450 mal auf den Auslöser, persönliche Bestleistung ;-)
Ein Tag am Ostkreuz, von kurzen Unterbrechungen abgesehen. Wer weiß, ob ich es so je wieder sehe: so wie immer, mit allen Treppen, allen Brücken, allen Bäumen, allen Büschen, allen Relikten, allen Flicken – so wie immer.
Ein Tag voller Sonne, mit diesem wunderbaren Dunst in der Luft, in den die Sonne so wunderbare Streifen schneidet, ein Tag voller Eis, an dem ich trotzdem nicht friere.

Ein Tag wie eine Liebeserklärung – an meinen Lieblingsbahnhof.

27. Januar 2006

Eismorgenlauf

Nach zwölf Tagen komme ich endlich mal wieder zum Laufen. Und das unter fast klarem Sternhimmel bei passenden -12° C. Es fällt mir schon ziemlich schwer mich zu überwinden, bei der Kälte früh morgens überhaupt das Bett und dann das Haus zu verlassen. Und auf den ersten Metern beißt es an jedem Zentimeter Haut, der an der Luft liegt, und an den Oberschenkeln, weil dort die Hose zu eng anliegt und nicht dick genug gefüttert ist.
Aber nach etwa 10 Minuten habe ich Betriebstemperatur erreicht und an den Händen, die in Wollhandschuhen stecken, wird es schon fast zu warm. Wenn mir da mal eben jemand etwas dünnere Handschuhe reichen könnte?
Zufällig ist niemand zugegen.
Die Stadt ist so still an diesem Morgen, wie ich es schon ewig nicht erlebt habe. Sozusagen kein einziges Auto unterwegs, keine Menschenseele, nicht einmal die sonst üblichen Gassigeher.
Nur mein Atem und die wunderbar weich federnden Schritte im knirschenden Schnee.
Jeder Schritt ein Genuß.

25. Januar 2006

Entwarnung für Nikolaiviertel

Dank reger Bürgerproteste ist das Plattmach-Schicksal für das lebendige Nikolaiviertel (wir berichteten) mitten in der Göttinger Innenstadt erst einmal abgewendet: die Düsseldorfer “Investorengruppe” Comfort hat einen Rückzieher gemacht, angeblich wegen dem Architektenwettbewerb, den die Stadt zur Bedingung gemacht hat.
Ich schätze eher, das Viertel ist unattraktiv als Spekulationsobjekt, wenn man nicht nach reinem Gutdünken damit verfahren kann, so als “Investor”: platt machen, wie’s beliebt und neugestalten rein nach Rendite-Gesichtspunkten. Und wenn’s die Rendite nicht mehr abwirft, weiterziehen. Man kennt das.
Noch-OB Danielowski schimpft nun auf die angebliche Käseglocke, die die ewiggestrigen Göttinger am liebsten über ihre olle Altstadt hängen wollten, damit bloß keins von ihren ollen Häusern verschwindet. Als ob es darauf ankäme, wo man doch gerade erst Kulturgut von 1390 so eben mal aus Versehen platt gemacht hat. Da wollen wir mal nich kleinlich sein.
Und alle Fraktionsspitzen beeilen sich zu erklären, daß man aber nun aufpassen müsse, daß nicht der Eindruck eines investorenfeindlichen Klimas entstehe. Immerhin, der grüne Ulrich Holefleisch attestiert dem scheidenden OB unterentwickeltes Demokratieverständnis. Daß das mal klar ist!
Ich frage mich, welcher Teufel um alles in der Welt Göttingen reiten sollte, daß es die Pfunde, mit denen es wuchern kann (seine schöne Altstadt!), an irgendwelche Investoren aus aller Welt verschachert! Die Stadt beginnt doch erfreulicherweise gerade, sich ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln, das es der Stadt ermöglicht sich selbst zu tragen. Da sollten wir uns doch nicht gleich zum Start schon selber Knüppel zwischen die Beine werfen.
Also Comfort, tschüss. Nett, daß wir drüber gesprochen haben. Aber so nicht!

24. Januar 2006

Spaziergang durch Linden


Wo heute Haushaltsgeräte verkauft werden, war früher der Fahrrad- und Spielsachenhändler meines uneingeschränkten Vertrauens: Walter Deschner in der Deisterstraße. Dort kaufte ich alles. Von der Bowdenzug-Verkleidung über den Gesundheitslenker bis zur 8 schüssigen super echt aussehenden Schreckschuß-Automatik.
Heute ist vom ganzen Gefühl, das dieser Stadtteil für mich als Kind auslöste, nichts mehr zu spüren. Ganze Häuserzeilen sind verschwunden, andere unkenntlich verändert. Und die Leute sind andere, wie ja auch ich selbst.

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23. Januar 2006

Kalter Morgen an der Leine


Bei -12° wird das Radfahren allmählich etwas ungemütlich. Aber: es muß nicht freigekratzt werden und springt problemlos an.

18. Januar 2006

Schnee am Geismartor

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